Anorganische Substanzen wirken allerdings sehr oft an anderen Orten als organische - gut wasserlösliche anorganische Verbindungen wie Ammoniak oder Schwefeldioxid wirken schnell mal ätzend auf Mundschleimhäute, Kehlkopf, Bronchien, weniger wasserlösliche wie Kohlenmonoxid, Ozon oder Stickoxide kommen tief in die Lunge und in den Blutkreislauf, wo sie Lungenbläschen oder rote Blutkörperchen angreifen oder gar zerstören, je nach Dosis.
Organische Substanzen können durch Zellwände diffundieren, da diese hauptsächlich aus Lipiden bestehen, und daher kommen diese Stoffe in viele Zellen direkt hinein und können Proteine oder gar die DNA selbst (zer)stören, meist durch Bindung an diese, und sind daher schneller mal kanzerogen. Organische Lösungsmittel können auch gut in Nerven und sogar das Gehirn eindringen und erzeugen daher Sedation, Räusche, Bewusstlosigkeit und oft auf diesem Weg auch den Tod - neben stoffspezifischen Wirkungen, die sehr oft durch Nebenprodukte im Abbauprozess bewirkt werden (z.B. Ameisensäure aus Methanol, die dann Proteine denaturiert und u.a. zur Erblindung führt).
Und dann kommen noch Metall-organische Verbindungen, die eindringen können, wo nur organische Substanzen hinkommen, aber quasi anorganische Komponenten haben...
Es sind also sozusagen verschiedenen "Stoßrichtungen", die die Substanzen haben, aber ich würde nicht eine Kategorie als "giftiger" als die andere bezeichnen, das kommt dann schon sehr auf den einzelnen Stoff an.
06.07.2009 12:57